6min. Lesezeit, Verfasst von: Ruxandra Ionescu
5 Faktoren wie Sie Ihr Unternehmen 4.0 reif machen!
Die Digitalisierung spielt bei der Transformation zum Unternehmen 4.0 eine wesentliche Rolle. Unternehmer/Innen haben daher die Notwendigkeit von Digitalisierungsmaßnahmen erkannt, um Agilität und Effizienz in Unternehmen stärker voranzutreiben. Allerdings stellt sich hierbei die Frage der optimalen Planung und Strategie. Wie sieht mein momentaner Digitalisierungsstatus aus und wie digitalisiere ich mein Unternehmen weiterhin bestmöglich?
Je nach Größe und Struktur eines Unternehmens kann sich der Grad der Digitalisierung stark unterscheiden. Gründe dafür können sein:
- Angst vor Komplexität in Bezug der Digitalisierungsmaßnahmen
- Große Auswahl von Software-Lösungen mit verschiedenen Funktionen.
- Kompatibilität der Lösungen mit der gegebenen IT-Landschaft.
- Mangelnde Überschaubarkeit des Ist-Zustandes, aufgrund veralteter, nicht skalierbarer Systeme
Die Planung und Einleitung von Digitalisierungs- Schritten können dadurch stark gehemmt werden. Um dieses Problem weitläufig in den Griff zu bekommen, hat die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, acatech, einen innovativen Lösungsansatz erstellt. Den sogenannten acatech Industry 4.0 Maturity Index. Das sechsstufige Reifegradmodell soll bei der Kategorisierung des momentanen Digitalisierungsstandes unterstützen, um so optimal zugeschnittene Digitalisierungsstrategien entwickeln zu können.
Durch dessen Hilfe sollen Unternehmensprozesse schrittweise vernetzter, automatisierter und wirtschaftlicher werden. Ziel dabei ist, dass mit zunehmender Reife der Digitalisierung auch die Profitabilität des Unternehmens steigt.
Daher werden wir Ihnen in Anlehnung des Maturity Indexes, 5 ausschlaggebende Faktoren nennen, die Ihr Unternehmen zu einem profitablen 4.0 Betrieb umwandeln.
FAKTOR 1: Vernetzung
Bei der Vernetzung geht es prinzipiell darum aus isolierten IT-Einheiten eine einheitliche vernetzte IT-Landschaft aufzubauen, welche relevante Kerngeschäftsprozesse des Unternehmens darstellen. Durch die Einbindung passender Schnittstellen und/oder Technologien wie beispielsweise IoT, soll auch interdisziplinär eine optimale Kommunikationsbasis entstehen, sodass komplexe Prozessketten transparenter werden und sich bei drohenden Problemen diverse Kommunikationswege kürzen lassen. Konkrete Beispiele für den Einsatz der Vernetzung wären:
- Vernetzung von Maschinenparks mit dem Zweck der Verbindung von Menschen, Maschinen und Produkten für eine verbesserte Übersicht der Prozesse und Senkung von Fehlerpotenzialen
- Integration von Cloudsystemen für ein optimiertes Datenmanagement, sowie einer effizienteren Kommunikation
- Entstehung eines effizienteren Lagermanagements durch die Vernetzung einzelner Geschäftsbereiche
- Adaptierbarere Energieversorgung durch Vernetzung von Mensch, Hardware und Software im Energiesektor
FAKTOR 2: Sichtbarkeit
Die Sichtbarkeit stellt einen wichtigen Treiber im Unternehmen 4.0 dar. Dabei liegt der Fokus auf der Frage „Was passiert?“. Bei der Sichtbarkeit geht es darum, mit geeigneter Sensortechnik etwaige Prozesse in ihrer Ganzheit relativ zeitnah zu erfassen. Eine Kombination zwischen Sensortechnik und intelligenten Business Intelligence Tools, wie beispielsweise Realtime Monitoring-Systeme, können zu einer schnelleren und akkurateren Informationsbereitstellung beitragen und somit für eine höhere Effizienz im Unternehmen sorgen. Hier wären folgende Beispiele zur Relevanz der Sichtbarkeit zu nennen:
- Im Verkehrswesen können Daten durch Sensoren in Schaltzentralen übermittelt und im Controlling ausgewertet werden
- Schnellere Erkennung von Fehlern durch das Controlling mit Hilfe von Sensoren bei beispielsweise Automatisierungsketten/Maschinenparks (Abnützungserscheinungen, Messtechniken)
- Abnützungserscheinungen auf den Autobahnen können durch Sensoren anhand der Ermittlung von gefahrenen Autos schneller eingesehen werden.
- Körperliche Leistungserfassungen im Sportbereich. Sensoren erfassen die Bewegungsabläufe oder auch Vitalwerte und liefern essenzielle Daten.
FAKTOR 3: Visualisierung
Ein weiterer beachtenswerter Faktor ist die Visualisierung. Die Frage hierbei lautet “ Warum passiert etwas?“ Damit ist das Verstehen und Interpretieren von Prozessen und Wirkungszusammenhängen gemeint. Je nachdem, wie in Unternehmen Daten verarbeitet werden, ob per Excel-Sheet, oder durch bereits fortschrittlicherer Lösungen, gestalten sich die Ursachenanlaysen oftmals schwierig, sodass außenstehendes Personal meisten nicht viel mit den „kryptischen“ Auswertungen anfangen können. Beim Thema Visualisierung ist es daher wichtig aus gegebenen Daten, leicht verständliche Informationen zu erstellen, die simpel einzusehen und zu interpretieren sind. Bei der Implementierung von IT-Strukturen sollte daher nicht nur auf die optimale Softwarelösung geachtet werden, sondern auch auf geeignete Dashboard-Systeme, die ausgewertete Daten klar und einfach visualisieren können. Ein konkretes Beispiel hierfür wäre:
- Durch den Einsatz von optimalen Analysetools können Interpretation von gesammelten Daten einfacher und schneller erfolgen.
FAKTOR 4: Prognosefähigkeit
Die Prognosefähigkeit beschäftigt sich mit der Frage „Was wird passieren?“ Das ist insofern wichtig, um bei drohenden Problemen recht zeitnah, oder bestenfalls davor, optimale Maßnahmen setzen zu können. Dadurch können nicht nur Kosten, durch drohende Ausfälle vermieden werden, sondern auch, unter Anderem, die Lebensspannen der Anlagen ausgedehnt werden. Predictive Maintenance, oder auch vorausschauende Wartung, und Predictive Analytics stellen einen derartigen prognostischen Ansatz dar, der keineswegs bei der Planung von Digitalisierungsstrategien außer Acht gelassen werden sollte. (Wenn Sie mehr über das Thema Predictive Maintenance erfahren wollen, können Sie hier unseren Artikel dazu lesen… Verlinkung zum Artikel). Konkrete Beispiele für den prognostischen Einsatz wären:
- Predictive Analytics Tools können im Finanzbereich zur vorausschauenden Ermittlung potenzieller Kennzahlen herangezogen werden
- Die vorausschauende Wartung in Maschinenparks führen zur Optimierung der Maschinenlebensdauer und zu Kosteneinsparungen
- Durch den Einsatz von Predictive Analytics können besser zugeschnittenen Kundenangebote im E-Commerce erstellt werden.
FAKTOR 5: Automatisierung
Die Grundfrage der Automatisierung lautet „Wie kann autonom reagiert werden?“ Die Voraussetzung zur Automatisierung in einem Unternehmen stellt die Prognosefähigkeit dar. Darauf basierend können vernetzte IT-Systeme automatisch reagieren, und neben vielen weiteren Vorteilen, zu einer weitreichenden Entlastung des Personals beitragen. Zusätzlich können automatisierte IT-Systeme deutlich schneller und effizienter auf Veränderungen reagieren, als es eine menschliche Kraft könnte. Dadurch minimieren sich auch Fehlerpotenziale und Prozesse gestalten sich agiler und wirtschaftlicher. Beispiele hierfür lauten:
- Im Straßenverkehr kann durch autonomes Fahren die Quote von Verkehrsunfällen, aufgrund von menschlichem Versagen, gesenkt werden, aber auch zu einem ressourcenschonenden Fahren führen.
- Ein automatisierter Maschinenpark agiert eigenständiger und minimiert Personalaufwand und Zeit, was Gewinne maximiert.
Fazit
Die Transformation zum Unternehmen 4.0 verlangt im Hinblick der optimalen Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen klare Planungen und Strategien. Vorab ist allerdings die Notwendigkeit gegeben den jeweiligen Stand des Digitalisierungsgrades zu ermitteln. Eine greifbare Unterstützung bietet dabei der acatech Industrie 4.0 Maturity Index. Auf Basis der obigen 5 Faktoren kann der Digitalisierungslevel durch angepasste Maßnahmensetzungen vorangetrieben werden. Das macht Unternehmen von heute zu Unternehmen von morgen. Agil, autonom und profitabel.
Kontaktieren Sie uns, wenn auch Sie ihr Unternehmen 4.0 fit machen wollen! Unsere ganzheitliche Lösung, Caduceus lässt sich schnell und problemlos in vorhandenen Strukturen integrieren und unterstützt Sie auf dem Weg der Digitalisierung.
Foto: istock.com/metamorworks
Quellen:
Industrie 4.0 Maturity Index: Reif für Industrie 4.0? – Feldebene/Vernetzung – Computer&AUTOMATION (computer-automation.de)
acatech.de/publikation/industrie-4-0-maturity-index-update-2020/
Wie weit sind Unternehmen in Industrie 4.0? (a1.digital)
