Das Interview wurde geführt von Ruxandra Ionescu und Bettina Gassner
Hintergründe, Entwicklung und Vision – die Geschichte von Caduceus
In diesem Interview erzählt Thomas Bauer, CEO von Xaidat, von der Idee, zur Entstehung bis hin zur Vision der eigens konzipierten, multifunktionalen Softwarelösung Caduceus. Außerdem verrät er Ihnen was Caduceus so besonders macht!
Lass uns zuerst eine Frage beantworten, die wir häufig gestellt bekommen: Woher kommt der Name Caduceus?
Thomas: Caduceus ist der Name vom Stab des Götterboten Hermes, der die Informationen überbringt. Ich bin der Meinung, dass dieser Name aufgrund der Funktionalität der Softwarelösung sehr gut zu unserem Produkt passt.
Wie sahen die einzelnen Entwicklungsschritte bis hin zum heutigen Produkt aus?
Thomas: Die erste Version war eine Art Business Process Tracing Tool, mit dem über verschiedene Systeme und IT-Grenzen hinweg Businessprozesse nachverfolgt werden konnten. Danach haben wir unser Metrik- und KPI System erfunden, das in der Lage ist, Informationen und Daten in Echtzeit zu aggregieren. Visualisiert werden diese auf unserer webbasierten Dashboard Lösung.
Für uns war wichtig, dass Caduceus nicht nur ein Reporting ersetzt, indem es immer aktuellere Daten darstellt, sondern dass das System im Hintergrund läuft und die hinterlegten Kennzahlen sowie Zielwerte und Prozessgrenzen automatisch erkennt. Wenn diese Ziele nicht mehr erreicht werden bzw. wenn Grenzen überschritten werden, sollen durch die Echtzeitfähigkeit von Caduceus zeitnah die Verantwortlichen benachrichtigt werden. Das System ist natürlich auch in der Lage Prognosen zu erstellen.
Ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung war der Backchannel. Durch diese Erweiterung kann Caduceus direkt mit den angebundenen Systemen kommunizieren. Dadurch/So können automatisiert Gegenmaßnahmen getroffen werden. Zum Beispiel werden Logfiles automatisch „abgeholt“ und an den Support gesendet oder Maschinen automatisch abgeschaltet.
Wenn man sich den Markt ansieht, könnte man behaupten, es gibt hier schon einige Player. Worin liegt der große Unterschied?
Thomas: In den letzten 20 Jahren haben wir Dienstleistungen in der Softwareentwicklung und Informatik erbracht und haben hunderte Softwareprojekte durchgeführt. Da wir branchenunabhängig arbeiten, hatten wir Kontakt zu verschiedensten Unternehmen und verschiedensten Teams. Dadurch konnten wir unterschiedliche IT- und Software-Landschaften kennen lernen. Uns fiel auf, dass es den Verantwortlichen schwer fiel, die Frage zu beantworten, ob es dem Unternehmen gut ginge und ob die einzelnen Prozesse funktionierten.
Die herkömmliche Art und Weise wie diese Frage beantwortet wird, ist durch den Einsatz von Reporting. Hier besteht das Problem, dass mit veralteten Daten aus bereits vergangenen Perioden gearbeitet wird. Die Aktualität liegt demnach um mindestens eine Periode, sprich eine Woche, einen Monat oder gar ein Quartal zurück, was wiederum recht langsam in der Steuerung von Unternehmen und Prozessen ist.
Das wollten wir mit unserem Realtime Monitoring System Caduceus ändern. Das bedeutet, immer wenn im Unternehmen etwas passiert, wird zeitnah ein Warnsignal von Caduceus ausgesendet, sodass sofort darauf reagiert werden kann. Unternehmensziele, die durch aktuelles Arbeiten in ihrer Umsetzung bedroht sind, werden bei jeder Veränderung automatisch überprüft. Es kann sofort darauf reagiert werden und nicht erst im Nachhinein, nachdem die Daten ausgewertet wurden.
Der große Unterschied liegt also auch in der Echtzeitfähigkeit?
Thomas: Richtig! Wobei man hier anmerken muss, dass es nicht darum geht, immer vor dem live-Dashboard zu sitzen und Änderungen zu beobachten. Die Echtzeitfähigkeit zeigt sich vor allem dadurch, dass unsere Plattform automatisch im Hintergrund arbeitet, vergleicht und bei Abweichungen sofort benachrichtigt. Das Ganze geht durch den Backchannel sogar so weit, dass wir automatisiert Gegenmaßnahmen einleiten können.
Wir werden oft mit Business Intelligence Anbietern verglichen. Du hast die Frage zuvor eigentlich schon beantwortet, kannst du aber dennoch nochmal kurz konkret auf den Unterschied eingehen?
Thomas: Wir verfolgen mit Caduceus den Ansatz, keine Berichte mehr lesen zu müssen und somit auch das immer komplexer werdende Berichtswesen abzubauen. Der Benefit von Caduceus äußert sich in der bestehenden Sicherheit, dass ein System das Unternehmen überwacht und erst dann benachrichtigt, wenn gehandelt werden muss.
Weiters beantworten BI-Systeme lediglich die Frage „Was ist passiert“. Mit Caduceus können wir aber auch in die Zukunft sehen und Prozesse bzw. Gegenmaßnahmen automatisieren. Abgesehen davon ist die tatsächliche Echtzeitfähigkeit bei Business Intelligence Produkten selten bis gar nicht gegeben.
Zusammenfassend könnte man also sagen, das Caduceus hilft die Datenflut auf die wesentlichen Informationen zu reduzieren?
Thomas: Ja, die Vision von Caduceus ist alle geschäftsrelevanten Prozesse im Unternehmen zu modellieren und die Kennzahlen, ihre Zielwerte und Grenzen zu hinterlegen, sodass ein Unternehmensmonitoring vollständig automatisch stattfindet, ohne dass Verantwortliche ständig auf Systeme/Reports schauen und überprüfen müssen. Von der Geschäftsführung bis hin zu den Verantwortlichen im operativen Bereich.
